Hajo Dekker

sie ist etwas lebendiges.

Geboren in Den Haag/Niederlande, Abitur an der dortigen Waldorfschule
1967–1971 Eurythmie­ausbildung in Den Haag und am Eurythmeum Stuttgart
Seit 1971 als Dozent in der Eurythmie­ausbildung (Peredur Centre for the Arts, London, Stuttgart) tätig

Ich bin in Den Haag/Niederlande in die Waldorfschule gegangen und habe schon damals gerne Eurythmie gemacht. In der Unterstufe hatte ich Willy Woldijk und in der Oberstufe dann Annemarie Ehrlich als Eurythmielehrerin.

Nach Abschluss der Schule habe ich eine Physiotherapie-Ausbildung angefangen, mit der Idee, später Heileurythmie dazu zu lernen. 1966 wurde dann die Eurythmieausbildung in Den Haag neu begründet, unter der Leitung von Annemarie Ehrlich, Lieselotte Roeters van Lennep und Anke Smits. Da das Physiotherapie-Studium am späten Nachmittag und abends stattfand, war es für mich möglich, parallel dazu die Eurythmiekurse wahrzunehmen.

Durch die Vermittlung einer Freundin meiner Mutter habe ich Else Klink kennengelernt, als diese in Den Haag zu Besuch war. Ihre Persönlichkeit sprach mich sehr an, und so bin ich dann im September 1968 nach Stuttgart gezogen und kam dort in das zweite Ausbildungsjahr, den so genannten Delta Kurs. Wir waren zwölf Studenten, acht Damen und vier Herren, auch Benedikt Zweifel war dabei.

Nach dem Abschluss der Grundausbildung durfte ich in der Bühne mitarbeiten. Daneben hatte ich die Möglichkeit, bei Else Klink und Michael Leber im Unterricht zu hospitieren. Nach einiger Zeit stieg ich dann auch in das Unterrichten ein und habe dann viele Jahre mit Isolda Sagrestano zusammen einen Kurs geführt.

Nach der großen Nordamerika-Tournee im Herbst 1978, sind meine Frau, Isabelle Dekker-Riviérèz, und ich im September 1979 für eineinhalb Jahre nach Denver/Colorado (USA) gegangen und haben dort an der Denver Waldorf School unterrichtet, Eurythmiekurse gegeben, und Aufführungen gestaltet. Im März 1981 wurden wir von einer Kollegin aus Stuttgart in Denver abgelöst und sind wieder zurück nach Stuttgart an das Eurythmeum gegangen.

Im Frühjahr 1988 wurden wir gefragt, ob es möglich wäre, für ein Jahr an der Eurythmieausbildung in East-Grinstead/England zu unterrichten. So zogen wir im August des gleichen Jahres ins schöne Sussex. Wir haben uns dort rasch eingelebt und sind dann schließlich 25 Jahre in England geblieben. Es war eine reiche und intensive Ausbildungs- und Bühnentätigkeit.

Nach zwölf Jahren gab es Zerwürfnisse im Kollegium und der Vorstand zog es vor, die Ausbildung zu schließen. Mit Hilfe von Freunden haben wir dann im Nachbardorf, Forest Row, verschiedene Räumlichkeiten stundenweise angemietet, so dass die Studenten weiter Eurythmieunterricht bekommen konnten. Im Laufe des Jahres kam dann der Vorschlag, nach London zu gehen, wo Anfang der sechziger Jahre die Eurythmieausbildung in England begründet worden war, unter der Leitung von Marguerite Lundgren.

Und so sind wir dann gemeinsam, Lehrer und Studenten, im August 2001 mutig in die Millionenstadt London gezogen und haben die Arbeit im dortigen Rudolf Steiner-Haus begonnen. Das war nicht immer einfach, aber wir konnten die Kurse dort noch zwölf Jahre lang weiter führen, bis es keine neuen Anmeldungen mehr gab und der Unterricht im Juli 2013 eingestellt wurde.

Während der Zeit in London kam vom Goetheanum in Dornach die Anfrage, ob ich den „Luzifer“ im dritten Mysteriendrama von Rudolf Steiner darstellen könnte. Das war eine große, neue Herausforderung für mich, und es erwies sich als schöne und spannende Erfahrung, zwischen und mit den Schauspielern zu agieren. Die Proben begannen 2009, und heute, 2019, stehen die Dramen in derselben Inszenierung immer noch auf dem Spielplan.

Seit 2005 bin ich dann auch jedes Jahr ein- oder zweimal nach Busan/Südkorea geflogen, um Kurse in einer Ausbildung für Waldorflehrer zu geben. Inzwischen ist in Seoul eine Teilzeitausbildung für Eurythmie entstanden, für die das Eurythmeum verantwortlich ist.

Seit März 2014 bin ich wieder am Eurythmeum tätig.

Im Unterricht ist es mir das Wesentlichste, die Studenten gut in die Grundelemente einzuführen, Musik und Sprache eine Gestaltung zu geben, die sinnvoll, sinngetragen ist. Die Eurythmie ist eine Möglichkeit, der Verbindung des Menschen mit dem Kosmos Ausdruck zu geben. Alle Bewegungen machen Sinn, es ist nichts Ausgedachtes dabei. Eurythmie ist kein System, sondern etwas Lebendiges.

Ich möchte diese lebendige Eurythmie am Eurythmeum weiter pflegen, so dass sie gedeiht und wächst, nicht in Traditionen stecken bleibt und nicht in Seitengassen ab schweift.

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